Die Italienische Nacht 2001

Bezauberndes Flair in einer "Alten Stadt"

Es werden an die 20.000 Besucher gewesen sein, die im Jahr 2001 von Mittag bis Mitternacht durch die alte Salzstadt zogen um sich in Erinnerungen an vergangene Tage zu ergehen, und um das Erlebte in sich aufzusaugen.

Ein Bericht von Franz Schober sen.

„Genug der Reminiszenzen, wir leben schließlich hier und heute! Und schuld daran, dass solche Erinnerungen in mir wachgeworden sind, ist ganz allein Alois Frauenhuber, der am 11. August 2001eine Nacht lang mit seinen italienischen Freunden die Halleiner Altstadt mit jenem bezaubernden südländischen Flair erfüllte, dem sich eine so riesige Menge Besucher nicht entziehen konnten“.

Der Zündende Funke
Zunächst schien es ja, als wolle der zündende italienische Funke nicht so recht überspringen auf die kühleren nordischen Gemüter und viele Halleiner schlurften mit ihren verdrießlichen Alltaggesichtern herum.

Das lag aber nur an einer Fehlbedienung in der himmlischen Wetterzentrale: Da hatte St.Petrus zu einem seiner Wettermacher-Lehrlinge gesagt: „ Mach mit einem kurzen Spritzer die Straßen und Plätze in Hallein staubfrei für die italienische Nacht und dreh die Heizung ein bisschen zurück, damit es dort nicht zu heiß zugeht.

Mit Musik beginnt die Nacht
Aus dem ganzen Land strömten die Besucher in die Stadt.



Und die Temeraturen stiegen und stiegen................
Am Bayrhamerplatz heizte LUNA-PARK die Stimmung auf, und Grazia Lanzoni und Guido Colombino von der Gruppe "Popcorn" boten den Italo-Fans ein Super Musikerlebnis.

Ich leg mich inzwischen ein bisserl hin, weil es wird eine lange Nacht dort unten!“. Da hat dann der dumme Bengel den Hahn der Dusche zu weit aufgedreht, sodaß gegen 19 Uhr ein ordentlicher Guß in Hallein die Bänke und Straßen leerfegte und die Leute in den Gott sei Dank zahlreich vorhandenen Durchgängen und Arkaden Zuflucht suchten.
Auch den Temperaturregler hat er zu weit geschlossen, sodaß es in der Stadt gar nicht recht südlich zugehen wollte.

Als aber dann bei Petrus das Telefon heißlief wegen der zahlreichen Protestanrufe, ist er hinüber zur Schaltwarte, hat dem Nichtsnutz eine hinter die Ohren gehaut und die Sache wieder selbst in die Hand genommen.

Die genossenen Achterln und Vierteln
Und mit zunehmender Wetterbesserung und steigender Zahl der genossenen Achterln und Vierteln schlug auch die Stimmung der Halleiner gewaltig um und es wurde ein äußerst eindrucksvolles Erlebnis:


Schier an jeder Ecke, auf jedem Platz, spielte eine original italienische Musikgruppe, die Alltagsgesichter verwandelten sich in fröhliche Smileys und spontan begannen die Leute zu tanzen.

Vielerorts konnte man sich an den mannigfaltigen Köstlichkeiten der mediterranen Küche erfreuen und dazu ein Gläschen Grappa oder Prosecco genießen.


Prosciutto des Dante Bagatto aus San Daniele

Beim Prosciutto-Zelt des Dante Bagatto aus San Daniele am Florianiplatz herrschte zeitweise beängstigendes Gedränge.
Daneben drehte sich zur großen Freude der Kleinen ein lichterglänzendes Carousel.
Das „Venetian Carousel am Florianiplatz
war ein Anziehungspunkt für jung und alt. Das in jeder Hinsicht prächtige Stück wird in Italien heute noch in Handarbeit hergestellt.

Beim Herumschlendern traf man natürlich jede Menge Bekannte, wurde oft aufgehalten und hatte zu tun, um durch die hin- und herwogende Menge zu rudern und von all den Attraktionen etwas mitzubekommen.







Ein Formel-Eins Ferrari
Ein ein besonderer Anziehungspunkt für die Großen war ein Formel-Eins Ferrari der Type 415, wie ihn Berger und Alesi 1990 bis 1994 fuhren.

Das Dröhnen seines Motors übertönte zeitweise die Musik der Cantatori.








Das Theatro Pirata aus Bergamo

Enrico Masserolis Theatro Pirata aus Bergamo zog singend und tanzend durch die alten Gassen von Hallein. In ihren phantastischen Kostümen boten sie einen mystischen Anblick und einen tiefen Einblick in die italienische Seele.

Das Konzert der Halleiner Bürgerkorps-Musikkapelle

Besonderen Anklang bei vielen hundert Zuhörern fand das Konzert der Halleiner Bürgerkorps-Musikkapelle im weiten Oval der „Salzach Arena“. Obfrau Sabine Wenger führte gekonnt durch das großartige Programm, von Verdi und Puccini über weltbekannte italienische Schlager wie „Volare“ und „Azzuo“ bis hin zu Glenn Miller usw.

In der „Salzach-Arena“
bot die Bürgerkorpsmusikkapelle den Freunden Klassischer Musik „Eine musikalische Reise mit italienischem Flair“ mit Werken von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und vielen bekannten Melodien aus Bella Italia..


In romantischen, schummerigen Ecken der Altstadt genossen vor allem Jugendliche den Abend im flackernden Kerzenschein und in dunklen, verschwiegenen Ecken sah man manchmal die schattenhaften Umrisse eines Pärchens in trauter Zweisamkeit.

Ein „Aaaah!“ und „Ooooh“ beim Feuerwerk
Beim Feuerwerk ging das übliche „Aaaah!“ und „Ooooh“ durch die Menge und gegen 22 Uhr setzte ein neuer gewaltiger Zustrom von Besuchern ein. In meinen alten Gliedern aber machten sich eindeutig Ermüdungserscheinungen bemerkbar und in meinem Kopf begann der Prosecco zu wirken. Da rief ich per Handy meinen Sohn herbei und ließ mich nach Hause kutschieren. Wahrscheinlich habe ich eine Menge versäumt, unter anderem leider auch Enrico Masserolis Theatro Pirata, sicherlich ein außergewöhnlicher Höhepunkt dieser langen Nacht der Lebensfreude. Dem Vernehmen nach haben besonders Standfeste bis zum Morgengrauen gefeiert. Aber man kann ja nicht alles haben! So kann ich nur dem Veranstalter, den italienischen Freunden und der Stadt Hallein danken und zum großartigen Erfolg gratulieren und mich auf die nächste „Italienische Nacht“ freuen!