Italienische Tage in Hallein
Hier und heute - überall ist Italien!
von Al Frauenhuber

aus dem Regionalmagazin - Hallo Hallein, August 2006.

Wenn ich an die Italienischen Tage in Hallein denke, dann denke ich an meine Freunde, und an die vielen schönen Stunden, die wir hier schon zusammen verbracht haben.
In der "Italienischen Nacht", inmitten der alten Keltenstadt, und am "Italienischen Markt" mit Wein und all den wunderbaren Köstlichkeiten .

Ich denke an den
herrlichen Rotwein, an dampfende Pasta, an Pizza und an die vielen köstlichen mediterranen Düfte, die an diesen Tagen durch die Stadt jagen.



Musiker, Pizzabäcker, Clowns und Markthändler bringen Bella Itala nach Hallein.



Kunststücke der "Artisti della Strada" gehören an diesen Tagen zum beliebten Treffpunkt für Jung und Alt.












Es ist die erste Woche im August. Wir kommen über die Halleiner Stadtbrücke in Richtung Altstadt. Heute beginnen die Italienischen Tage in Hallein. Es herrscht überall das seit Jahren bekannte und vertraute Treiben. Am Kinovorplatz baut einer gerade sein venezianisches Karussell auf, gegenüber beginnen die ersten italienischen Händler mit dem Aufstellen ihrer Marktwagen. Rundherum herrscht emsige Betriebsamkeit, schon reiht sich Marktstand an Marktstand in einem weiten Ring um die innere Altstadt.

Hier ruft jemand aufgeregt nach elektrischem Strom, da einer nach Holzklötzen, mit denen er seinen Verkaufsstand in die Waagrechte bringen will. Alles ist parat, die Mitarbeiter vom städtischen Wirtschaftshof leisten ganze Arbeit. An allen Ecken stehen die Stromverteiler, Kabelverbindungen werden installiert, Absperrungen für das Marktgelände werden aufgestellt, Blumentröge in Sicherheit gebracht.

Freitag früh geht es los. Die Marktstände sind wie immer verlockend prall gefüllt. Ab 10 Uhr heißt es „Formaggio“, „Salami“, „Vino“, „Dolce e Pane“. Da stehen die Weinmacher und Pizzabäcker, Keramiker und Olivenspezialisten mit ihren Angeboten längst parat. Die ersten Kauflustigen stellen sich ein, blicken neugierig darauf, was dieses Jahr wieder geboten wird. Sie sind hungrig darauf, ein bisschen echtes Italien hier zu bekommen.

Mehr Händler haben dieses Jahr das Abenteuer einer Reise ins ferne Hallein gewagt. Manche reisen als 1000 Kilometer an. Es hat sich herumgesprochen, Italien ist in Hallein herzlich willkommen.

Wir spazieren beim Stadtkino vorbei an sardischen Spezialitäten, der Pecorino aus Sardinien gilt als einer der Besten. Wir können uns nicht satt sehen an der großen Auswahl an Oliven, die einer aus dem sonnigen Kalabrien anbietet. Die schmecken mariniert einfach wunderbar. Ebenso die eingelegten Sardellenfilets und marinierte Kapern, Artischocken in Öl und Tomaten, getrocknet und gewürzt.

Am nächsten Stand dürfen wir den Rubinroten aus Ligurien probieren, aus der Gegend Cinque Terre. Kräftig, mit feinem Aroma, dazu lassen wir uns ein paar der kleinen würzigen Oliven aus Ligurien schmecken.

Ein Stand weiter, und wir sind mitten drin´ in Umbrien. In der Gegend um Perugia. Unschwer am Wildschwein zu erkennen, dem leibhaftig präsentierten Cinghiale, wie man sie um den Trasimenosee, Perugia, Gubbio oder Assisi kennt.

Weiter gehts in den Veneto, nach Bassano del Grappa, mit den lustigen Keramiken wie Teller, Schüsseln, Vasen. Mit pfiffigen Motiven, Blumen, Spaghetti oder Fische. Die lachen einem nur so entgegen. Wer da noch immer nicht an den sonnigen Süden denkt, dem ist spätestens jetzt nicht mehr zu helfen.

Venetien ist an einem Stand mit den feinen Glasgalanterien aus Murano vertreten. Und aus dem Friaul kosten wir gerne ein paar der zarten Scheiben vom berühmten Prosciutto crudo aus San Daniele.

Noch mehr Händler haben sich dieses Jahr an das Abenteuer einer Reise ins ferne Hallein gewagt.

Sie eröffnen die Schau der italienischen Spezialitäten an den Italienischen Tagen in Hallein: Markthändler mit dem besten was es aus dem Süden gibt.
















Der Italienische Wein
und die "Vinaioli"

Eine schöne Auswahl an Weinbauern präsentiert an den Italienischen Tagen ihre landestypischen Weine.

Die edlen Tropfen kommen aus dem Piemont und seinen schönsten Lagen, wie die berühmte "Langhe". Oder aus der Emilia Romagna die Colli Piacentini, und natürlich aus dem Veneto und dem Collio im Friaul.









Vino und Bella Italia

Dann gleich ums Eck beim Keltenmuseum können wir uns zwischendurch erst mal kurz ausruhen und erfrischen. Zwischen den verschiedenen appetitlichen Dolci, Süßigkeiten aus Sizilien fällt die Wahl schwer. Dazu gibt es echten italienischen Espresso, kurz, stark und ohne Milch. Beides zusammen schmeckt einfach nach „Bella Italia“ pur.

So gestärkt geht’s weiter durch den Markt der Sinne. Erst mal vorbei an den Brotlaiben Kalabriens, groß und schwer, dass man einen Schubkarren zum nach Hause bringen braucht. Ein Stand weiter finden wir unzählige würzige Käsevarianten, hart, weich, von Schaf und Kuh. Und vielen Würsten, Salami, Salsicce, Prosciutto und Bresso.

Wir bummeln weiter, vorbei an wunderbaren Trüffelzubereitungen, an den Süßigkeiten, den Dolci, Crostini und Biscotti der Region. Am Robertplatz angekommen landen wir erst mal mitten am Weinmarkt. Mitten in der Emilia Romania, in den Colli von Piacenza. Die Winzer laden in freundlichen und dekorativen Ständen zur Weinprobe. Eigenerzeugnisse aus ihrer „Azienda Agricola“. Auch der Piemont ist wieder am Italienischen Weinmarkt vertreten. Die Weine der Azienda Mosso findet man sogar in den wichtigen italienischen Weinführern.

Auch Friaul und der Veneto sind präsent. Manche kommen schon seit Jahren zu den Italienischen Tagen nach Hallein.

Ein schöner Tag, dieser Freitag, 4. August 2006, auch wenn zwischendurch immer wieder ein paar finstere Wolken vorüberziehen und dann und wann auch ein paar Tröpfchen fallen lassen. Aber das kann unserer gute Stimmung nicht wirklich was anhaben.



Sie bieten Wein nicht nur zum mit nach Hause nehmen,



auch ein Glas direkt am Markt genossen, trägt zu Stimmung und Geselligkeit bei.

Sie sind mehr als
großartige Musiker,
„Cosa Nostra“

Sie begeistern ihr Publikum mit der wahren und unverfälschten Musik Italiens.



Der aus Süditalien stammende Sänger Maurizio Floridia (im Bild links), bringt mit besonderer Leidenschaft sizilianische und neapoletanische Volkslieder in das Programm der „Italienischen Nacht“ in Hallein ein. Ein heißes Konzerterlebnis am Bruchhäuserplatz ist garantiert. Die Musik von „Napolitudine“, ist eine den südlichen Lebensgefühlen entspringende emotionale Melodienschöpfung, gepaart mit temperamentvollem Gesang, rhythmischen Gitarren, durchmischt von Flöten und Ziehharmonika und verschiedenen Perkussionsinstrumenten. Sie vermögen immer wieder, auch die alte, volkstümliche Musik, mit „Italo- Pop“ und Schlagern aus den 60-70-80er Jahren zu verbinden. Ihre hinreißenden Konzerte im BaRock begeistern das Publikum schon seit Jahren. Die fünf Musiker der Gruppe Napolitudine machen seit dem Jahr 2000 mit großem Erfolg zusammen Musik. Seit dieser Zeit sind sie ein Fixpunkt in der „Italienische Nacht“ in Hallein.

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Heute ist Italienische Nacht

Samstag früh ist die Stadt nach all dem Trubel wieder blitzblank und sauber, der Müll ist weg. Die Mannschaft vom Wirtschaftshof hat wieder ganze Arbeit geleistet. Die Stadt sorgt sich um ihre Gäste.

Die ersten Standbaumeister treffen ein. Sie rüsten für das große Fest, die „Italienische Nacht“, die alljährlich Anfang August über die Bühne geht. Das Wetter hält – bis jetzt – noch recht gut aus.

Am Nachmittag sind als erste die Kinder dran. Ihnen hat Italien nicht nur das venezianische Karussell, Luftballons und ein Riesenrad zu bieten. Aus Rom ist ein echter Kinderzirkus mit der ganzen Ausrüstung angereist. Kleine und große Kunststücke, Clowns und Krokodile zum anfassen begeistern die schon sehnsüchtig wartende Kinderschar.

Um 17 Uhr marschiert die „Banda Fagagna“, eine traditionelle Blasmusikkapelle über die Thunstraße in die bereits von vielen Menschen gesäumte Altstadt ein. Ein würdiger Auftakt zu diesem traditionellen Fest. Mit Blasmusik nach alter Tradition wie man sie in ganz Italien zu offiziellen Anlässen, bei Festen und bei Feiern kennt. Mit den vielen Italienischen Volkshymnen von Sizilien bis in das Friaul.

Entlang den Straßen und Plätzen sind die vielen Restaurants und Bars längst bereit die in Scharen ankommenden Gäste gebührend stilvoll zu bewirten. Die Pizzaöfen laufen auf Hochtouren. Antipasti und die anderen vielen italienischen Schmankerln laden zum Feiern ein. Beim Stand von San Daniele reihen sich die Gäste noch immer um den frisch geschnittenen, hauchdünnen und butterweichen Prosciutto aus San Daniele. Produzent Dante Bagato ist ein langjähriger Freund Hallein. Die ersten Proseccoflaschen verlieren ihre Unschuld, die Stimmung steigt von Stunde zu Stunde.

Gleich daneben präsentiert sich die größte Open-Air-Pizzeria die Hallein je gesehen hat. Hier wird man gleich von einem Dutzend „Cameriere“ emsig umschwärmt, und ein paar Meter weiter zeigt sich „Lechenauers Leckerbissen“ nicht nur zu den italienischen Tagen als wahrer Italiener.

Die Musiker haben allerorts in der Stadt längst ihre Instrumente ausgepackt. Funiculi-Funicula klingt es von Toni Pesce und Gino Bocca bis zu Alessandro und Francesca, von Giuseppes “La Vita e Bella” bis zu “Maurizio und “Napolitudine”. Unverfälschte Musik für ein paar schöne Stunden, wie sie nur in der Italienischen Nacht in Hallein zu hören ist.

Das eine oder andere Tröpferl vom Himmel lässt grüßen und lässt die Menschen jetzt nur noch näher Zusammenrücken. Auch ein Erlebnis, das man in der Italienischen Nacht schon kennt. Es hält noch bis Mitternacht durch, das Nass in den Gläsern kann mit dem Nass von oben nicht mehr Schritt halten. Die Menschen ziehen sich trotzdem gut gelaunt in die Lokale zurück. Und niemand weiß so ganz genau, wann mit der Italienischen Nacht so wirklich Schluß wird.