Aus dem Regional Magazin - Dezember 2009

Opfer in der arabischen Wüste

Manfred Petautschnig ging nach Dubai um die Spitze der größten Bodybuilder der Welt
zu erringen

Die Vorbereitungszeit für einen Body-Builder Weltmeisterschaftskampf dauert rund 9 Monate. Die letzten 12 Wochen sind besonders hart. Wird man dann um den verdienten Spitzenplatz betrogen, dann ist das besonders bitter.

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Regionalmagazin 13 2009
















































Die österreichische Qualifikation für die Weltmeisterschaft der Bodybuilder in Dubai schaffte Manfred Petautschnig am 28. Oktober in Wien trotz Fieber und Schüttelfrost. Ziel war im Finale- unter den Top 6 zu landen. Danach 3 lange Wochen für den letzten Schliff. Härtestes Training und völlig neues Ernährungssystem, Berufsstress in der Firma.

Die Ankunft am Flughafen in Dubai am 3. November weckte Erinnerungen an 2003, dem Jahr als er den Vizeweltmeistertitel gewann. Jetzt, mit 42 Lenzen, wollte er es noch einmal beweisen, sich in der Weltspitze der Superschwergewichtler zu behaupten, zeigen dass er es noch immer drauf hat.

Dann, das erste abtasten mit den Kontrahenten, die Abwage aller 170 Athleten in den 10 Gewichtsklassen. Mit 126 kg war Petautschnig der schwerste Athlet. Aber reicht die Form? „Wir erfuhren das nur noch 5 Athleten das Finale am letzten Tag bestreiten werden. Das Ziel heuer also noch härter zu erreichen!“

Die Fotografen schossen vom Halleiner ein Bild nach dem anderen, vor allem Asiaten waren von seiner Körpergröße und den athletischen Maßen begeistert.

Freitag 6. November, der Vorkampf und die Entscheidung für die letzten Top 5 standen bevor. Die Athleten gaben alles um sich bestens zu präsentieren, kämpften wie die Löwen in jeder vorgegebenen Vergleichspose, immer darauf bedacht, jeden noch so kleinen Vorteil heraus zu holen. „Ich hatte es in der Hand, wurde gleich mit den Besten verglichen. Das Finale der Top 5 war erreicht!“

Samstag 7. November -
das große Finale

In der Schlussrunde wird den besten Fünf wieder alles abverlangt. Danach folgt die Bekanntgabe der Sieger. Keiner seiner Gewichtsklasse kannte die Reihenfolge. Die Spannung stieg. Dann die Bekanntgabe des 5. … Manfred Petautschnig from Austria! „Ich war geschockt! Damit hätte ich nicht gerechnet! Ich sah mich weiter vorne, und einige andere auch“, erzählt ein tief enttäuschter Manfred Petautschnig. Der Sieg ging an einen Iraner, der ein Monat davor schon die „Asia Games“ gewann.

Nach dem Wettkampf stieg Petautschnig in den Bus zum Hotel. Ein Jurymitglied aus Singapur sprach ihn an: „Du bist dritter!“ Ja, dachte er, der sieht ihn am dritten Platz, nett. Ein anderes Jurymitglied aus Indien, der ihn noch aus dem Jahr 2003 kannte neuerlich: „Du bist dritter!“ Was meinen die alle? Petautschnig: „Nein ich bin fünfter!“ Der Inder setzte sich daneben und drückte ihm die offizielle „Judgelist“ in die Hand und zeigte mit dem Finger auf das Ergebnis Superschwergewicht. Dort stand: Manfred Petautschnig 3. Platz!

Beide hatten ihn als Zweiten platziert: Das kann doch nicht sein? Er hält das Preisgeld, die Urkunde und den Pokal des fünften in den Händen und ist auf der offiziellen Liste als dritter gelistet?

„Wir liefen zurück in die Halle und suchten nach den Offiziellen um das Missverständnis aufzuklären“. Ein Jurymitglied erklärte, dass er zweite und dritte Plätze von den 11 Wertungsrichtern bekam, da war kein 5. Rang dabei!

Warum wurde Petautschnig betrogen?

Der Jurysprecher und Hauptverantwortliche, der die Wertungen der Wertungsrichter in den Computer eingibt, änderte eigenhändig die Platzierungen, da diese seiner Meinung nach nicht stimmen konnten!

„Bitte was soll das? Eine Verbandsinterne Intrige? Ein Politikum? Ich halte die offizielle, unterschriebene Platzliste in meiner Hand !“ Nach mehreren nachfolgenden Gesprächen und nervenaufregenden, hitzigen Diskussionen wurde mir erklärt, dass man den anderen die Platzierungen jetzt nicht mehr aberkennen könne, das müsse Verbandsintern geklärt werden“, erzählt ein um diese Erfahrungen reicher Manfred Petautschnig.

Frauenhuber, Bilder Petautschnig






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