Aus dem Regional Magazin - 01 2010

Ein „Stille Nacht“-Land Reiseführer

Anregende Erlebnisreise durch den Tennengau

von Peter Krackowizer

Tourismus-Hallein Vorsitzender Ernst Kronreif und der Herausgeber des Salzburger Wochenspiegel, Werner König: "Dass Hallein neben Oberndorf, Mariapfarr und Wagrain, Burghausen, Kremsmünster oder Hintersee, mit diesem weltberühmten Weihnachtslied besonders verbunden wird."


Bild Krackowizer















































HALLEIN. Als Ernst Kronreif den Herausgeber des Salzburger Wochenspiegel, Werner König zum Schreiben eines neuen Reiseführers anregte, hatte er ein klares Ziel vor Augen: Dass Hallein neben Oberndorf, Mariapfarr und Wagrain, Burghausen, Kremsmünster oder Hintersee, mit diesem weltberühmten Weihnachtslied besonders verbunden wird. Und dass „Stille Nacht” nicht ausschließlich ein Weihnachtsthema ist, sondern die Sehenswürdigkeiten im Stille Nacht Museum das ganze Jahr über lohnenswert sind. So entstand „Traumstraßen durch das ‚Stille Nacht‘ Land”

Fünf Touren präsentiert König in seinem knapp 150seitigen Reiseführer. Mehr als 190 herrliche Bilder machen Lust, sich sofort ins Auto setzen zu wollen und seinen „Traumstraßen-Vorschlägen” zu folgen. Am Buchanfang die Biografien der beiden Liedschöpfer, in denen auch ihre Wirkungsstätten im Tennengau nachzulesen sind. Joseph Mohr war Priester in Golling und Kuchl gewesen, wo auch eine Tafel daran erinnert. Franz Xaver Gruber verbrachte die letzten 28 Jahre seines Lebens in Hallein, wo er als angesehener Bürger auch seine letzte Ruhe fand. Weitgehend unbekannt ist auch die Tatsache, dass Mohr seine erste Stelle als Priester nicht in Mariapfarr, sondern in der bayerischen Ramsau hatte.

Auch manche Begebenheit aus dem Leben der beiden Liedbegründer wird beschrieben. Wie jene, bei der Gruber seinen Freund Mohr bis zur Stadtgrenze von Salzburg begleitet, als dieser wieder einmal versetzt wurde und Oberndorf verlassen musste. Gruber sang ihm ein Abschiedslied, worauf Mohr bitterlich geweint haben soll. Die beiden sollten sich in ihrem Leben nie mehr wieder sehen.

König hat bei all seinen Touren zu Wirkungsstätten der beiden Schöpfer dieses Weihnachtsliedes auch Sehenswertes entlang der Strecken fotografiert und beschrieben. Eindrucksvoll, wahrscheinlich sogar die erste Aufnahme dieser Art, die Gesamtansicht der Salzachöfen vom Klammrand bis hinunter ins tobende Wasser, stille Winkel in den Gassen der Halleiner Altstadt, ein alter Bauernhof in Tweng, in dem Mohr eingekehrt war, das Beinhaus und die tausendjährige Linde von Faistenau, romantische Blicke in der Steingasse in Salzburgs Altstadt oder ein Blick in das markante Kreuzgewölbe im Arkadengang rund um die Laufener Kirche seien nur stellvertretend für die zahlreichen Bilder erwähnt.

Das Büchlein im praktischen Kleinformat, Übersichtskarten und Stadtpläne, regt zu Ausflügen an, um € 19,90 im Buchhandel.

. . . Krispl-Gaissau (927m) ist heute ein ländliches Erholungsdorf. Die Pfarrkirche stammt aus dem 18. Jh. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf das Salzachtal. Beim Haslerhof in einem alten Getreidekasten kann man alte Totenbretter sehen, auf denen früher die Toten zu Hause aufgebahrt wurden. Wir aber fahren wieder hinab nach Adnet, dem Marmordorf, einen der ältesten Siedlungspunkte des Tennengaues. Der Ort bestand schon in keltoromanischer Zeit und ist als „Atante” um 745 urkundlich nachweisbar. Besonderes: Die spätgotische Pfarrkirche, 1890 renoviert, spätgotisches Marmorportal, im Chor spätgotisches Netzrippengewölbe; am Friedhof spätgotisches Relief von 1520; Bildstock von 1506 an der Straße nach Hallein; Marmorbrücke, weiters gibt es noch Reste keltischer und römischer Besiedelung. Wir kommen nun zur letzten Station unserer Reise in den Tennengau.

Hallein-Bad Dürrnberg (443m) ist im Kern heute noch eine mittelalterliche Stadt mit Barock- und Rokokoschmuck und wird vom Historiker als „Klein-Salzburg” angesprochen. Das Salz gab einst Macht und Bedeutung. 14 Sudpfannen verarbeiteten die im Dürrnberg gewonnene Sole. Wie groß die Bedeutung dieser Salzgewinnung und der Handel damit waren, geht am besten daraus hervor, dass während des “Salzkrieges” zwischen Erzbischof Wolf Dietrich und Herzog Maximilian von Bayern (1611) „oben im Reich großer Mangl und Theurung wäre ... sonderlich in der Stadt Nyrnberg”. Heute ist Hallein der führende Industrieort Salzburgs, und der alte Bergwerksort Dürrnberg (771 m), wo schon in der Keltenzeit Salz gewonnen wurde, ist mehr als bloß eine Sehenswürdigkeit: er bildet den Schwerpunk des Fremdenverkehrs. Die Salzgewinnung wurde in der Zwischenzeit eingestellt und die „Hunte” fahren nur mehr zu touristischen Zwecken in den Berg. Salzburger Wochenspiegel, Werner König






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Alois Frauenhuber, Herausgeber