Aus dem Regional Magazin - 11 2010 November

Einsturzgefahr abgewendet

Gefahr in Verzug! Bürgermeister Stöckl verfügte die sofortige Sperre der Thomas Stangassinger-Sporthalle

Ein Glück dass bisher nichts passiert ist, sagt Bürgermeister Dr. Christian Stöckl (Bildmitte), mit Stadtamtsdirektor Mag. Erich Angerer (links) und Sportstadtrat Dr. Georg Angerer beim Lokalaugenschein bei der Thomas-Stangassinger-Sportanlage.
Bild rechts

Bei einer Abriss- und Neubauzeit bis zu zwei Jahren sollen für die Sportvereine lokale Ausweichmöglichkeiten zum Trainieren gefunden werden. „In der Zwischenzeit heißt es warten, bis wieder etwas baufällig ist“, resümiert Baustadtrat Alois Rettensteiner (unten).

RM


HALLEIN. Es war bereits Gefahr im Verzug, als der Halleiner Bürgermeister Christian Stöckl die sofortige Sperre der Thomas-Stangassinger-Sporthalle im Ortsteil Gamp verfügte.

„Ein Glück, dass bisher noch nichts passiert ist“, sagt der Halleiner Bürgermeister. Das Ergebnis einer statischen Überprüfung schockte. Die gesamte Dachkonstruktion ist instabil, im Beton der Tragsäulen wurde viel zu wenig Eisen eingearbeitet, und für die notwendige Traglast wurde viel zu klein dimensioniert. Sowohl Träger als auch die Leimbinder sind völlig überbelastet.



Bei der Planung für die beabsichtigte Sanierung der Sporthalle hat man sich offensichtlich erstmals mit der Dachkonstruktion und der möglichen Tragebelastung befasst. Dabei kam die Gefahr, mit der Generationen von Sportlern und Schülern leben mussten ans Tageslicht. Man denkt dabei unwillkürlich an die Katastrophe bei der Eislaufhalle in Bad Reichenhall vor vier Jahren, wo 15 Menschen starben.

Die Belastung der Tragwerkskonstruktion liegt laut vorliegendem Gutachten bei unglaublichen 263 Prozent. Jene Statiker, die im Schneekatastrophen-Winter 2006 mit der Überprüfung der Dachlast beauftragt wurden, haben lediglich das Dach selber, nicht jedoch dessen Tragekonstruktion für die Sicherheit der Hallenbenutzer überprüft, noch auf diese Gefahrensituation aufmerksam gemacht.

Der für bauliche Angelegenheiten zuständige Stadtrat Alois Rettensteiner steht hinter der baubehördlichen Schließung. Er hat jedoch nicht für eine Sanierung der Halle gestimmt, sein Anliegen ist ganz klar der Neubau. Die Sanierung des 40 Jahre alten Gebäudes hätte ca. 1.600.000 Euro verschlungen. Der Neubau - ohne der angeschlossenen Hausmeisterwohnung - 2.100.000 Euro. Seiner Meinung nach hätte man mit den aktuellen Planungen viel früher beginnen müssen.

Die Sporthalle aus den 60-er Jahren war für internationale Hallen-Veranstaltungen ohnehin zu klein. Das kann jetzt anders werden.










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Alois Frauenhuber, Herausgeber